Dankmäler auf Landkarte

Der Erzbischöfliche Palast und die Bebauung der Dominsel

Beschreibung

Die älteste schriftliche Erwähnung des Posener Bischofssitzes kommt aus dem Jahr 1404. Ein Bischofshof existierte aber sicherlich schon seit der Gründung des Doms. Der Palast wurde durch Kriege und Überschwemmungen immer wieder zerstört und hat seine architektonische Gestalt mehrfach verändert, u.a. durch den Einfluß der Architekten Gianbattista Quadro (16. Jahrhundert) und Pompeo Ferrari (18. Jahrhundert).

Der heutige Palast ist eine Dreiflügelanlage mit architektonisch unterschiedlicher  Gestaltung. Der Hauptflügel liegt im  Westen und verdankt sein spätklassizistisches Aussehen einem großangelegten Umbau der Jahre 1852-54. Der Entwurf stammte von Juliusz Salkowski und wurde von Karl Heinrich Schinkel überarbeitet. Über dem Eingang zum Gebäude befindet sich ein Balkon, dessen ionische Stützsäulen einen Portikus bilden. Unter dem Portikus stehen zwei Marmorskulpturen der Heiligen Peter und Paul von Oskar Sosnowski. Sie standen bis 1945 im Hauptaltar des Doms. Im Nordflügel, der auf Mauerresten des 15. und 16. Jahrhunderts errichtet wurde, befindet sich ein klassizistisches Tor mit einem großen, von zwei Säulen umrahmten, Portikus. Auf dem Platz vor dem Palast steht eine spätbarocke Statue des Hl. Johannes Nepomuk aus der Zeit um 1730. Sie wurde aus der in der Nähe liegenden Ortschaft Kobylepole hierher verbracht. An der Westseite des Platzes befindet sich die Erzbischöfliche Kurie. Sie wurde 1834 nach einem Entwurf des Baumeisters Traeger errichtet und wurde 1870 sowie um 1920 nach Plänen von Marian Andrzejewski teilweise umgebaut. Parallel zu diesem  Gebäude in westlicher Richtung erhebt sich das barock-klassizistische Gebäude des ehemaligen Dompfarrhauses, das 1792 auf älteren Fundamenten errichtet und 1859, vermutlich durch Karl Heinrich Schinkel, umgebaut wurde. In die Nordwand des Gebäudes sind zwei Steinplatten von 1598 und 1715 mit Inschriften zur Geschichte der Pfarrgemeinde eingemauert; die Büste im Tympanon stellt wahrscheinlich den Renaissancedichter Jan Kochanowski dar, der von 1564-74 Präpositus (Titularpfarrer) des Posener Doms war. 

Auf dem Platz nebenan steht ein Denkmal für Papst Johannes Paul II. nach einem Entwurf von Krystyna Fałdyga-Solska aus dem Jahr 2000. Johannes Paul II. hat als Oberhaupt der katholischen Kirche Posen zweimal besucht, 1983 und 1997.

Ein interessantes Gebäude ist auch die unweit gelegene Kantorei. Früher wurde im Dom Tag und Nacht der Psalter gesungen; hierzu waren zwölf Priester eingesetzt. Für sie - das Psalmodistenkollegium - ließ Bischof Jan Lubrański im 16. Jahrhundert das Kantoreigebäude errichten. Am Südgiebel der Kantorei fallen Blindfenster auf, die von Bögen in Gestalt eines Eselsrückens umschlossen sind.

            Auf der Dominsel stehen außerdem 9 denkmalgeschützte Kanonikerhäuser und drei frühere Vikariate. Hier wohnten einst die Mitglieder des Domkapitels. Das älteste dieser Häuser ist das Kanonikerhaus von Funda Godziemba aus dem frühen 16. Jahrhundert - der Name kommt vom Wappen der Stifterfamilie Lubrański. Einen Blick wert ist auch ein Vikariat aus dem 18. Jahrhundert mit einem schindelgedeckten polnischen Dach (ul. Posadzego 7).

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