Befestigungsanlagen auf Landkarte

Ehemaliges Festung Posen

Beschreibung

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts hat die preußische Gewalt Posen in eine mächtige Festung verwandelt. Nach den Schätzungen war es, nach dem französischen Verdun und deutschen Koblenz, die drittgrößte Festung in Europa.

Architektonisch gesehen war es ein Innovationswerk. Zum ersten Mal wurde hier das neue Befestigungssystem angewendet, das später als neupreußische Befestigung genannt wurde. Ihr Mitautor und Haupttheoretiker war der Autor des Entwurfes der Festung Posen Leopold Brese. Der Bau der Kernwerkes - der Festung Winiary (Zitadelle) - begann 1828. Danach wurde mit dem Bau der Großen Schleuse an der Warthe und im Jahre 1836 mit dem Bau einer Festung auf dem Gebiet des früheren Franziskanerklosters in Śródka begonnen. Die Bauarbeiten an der Festung wurden 1839 abgeschlossen. Zu dieser Zeit waren auch die Schleusen an der Warthe, Bogdanka und Cybina fertig. Die Arbeiten an den Befestigungen am rechten Wartheufer dauerten bis zur Hälfte des 19. Jahrhunderts.

1839 hat der König Friedrich Wilhelm III seine Zustimmung zum Aufbau von Befestigungen der Stadtteile am linken Ufer erteilt. Sie bestanden aus 6 Boll- und 2 Festungswerken, die mit den Grundbefestigungen verbunden waren. Der Bau wurde um 1860 beendet.

Die Umgebung der Stadt mit Festungswerken hat für beinahe 50 Jahre ihre Entwicklung wesentlich eingeschränkt. Gleichzeitig auch - infolge der Entwicklung der Belagerungsartillerie - war der Verteidigungswert der Festung immer niedriger.

1872 wurde beschlossen, die bestehende Festung mit einem Ring von 18 Festungswerken zu umgeben, die einige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt waren. Sie wurden in zwei Etappen erbaut. Der Bau der ersten 12 Forte (9 Haupt- und 3 Nebenforte) wurde 1876 angefangen und um 1883 abgeschlossen. Bis 1896 wurden 6 weitere Nebenforte erbaut. Zwischen den Forten gab es kleine Schutzbunker für die Infanterie und Artillerie sowie Munitionsbunker. Auf diese Weise entstand eine typische Manöverfestung.

1902 hat der Kaiser Wilhelm II den Abbau von den Stadtbefestigungen am linken Ufer mit Ausnahme der Zitadelle bewilligt. Seine Entscheidung resultierte aus der niedrigen militärischen Nützlichkeit solcher Festigungsanlagen und aus dem Vorhaben, Posen in eine Residenzstadt zu verwandeln. Der äußere Ring der Festungswerke aus den Jahren 1876-96 ist bis heute fast vollständig erhalten. Aus den älteren Schutzwerken sind lediglich kleine Teile der Befestigungen an der Zitadelle, die 1945 während der Kämpfe um die Stadt zerstört wurde, sowie auf der Dominsel geblieben.

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