Kirchen auf Landkarte

Kirche des hl. Adalbert

Beschreibung

An dem Ort, wo nach der Tradition der Hl. Adalbert das Evangelium gepredigt haben soll, wurde im 13. Jahrhundert das erste Gotteshaus errichtet. Die heutige Kirche entstand im 15. Jahrhundert und wurde im 16. und 17. Jahrhundert ausgebaut. Nachdem im 18. Jahrhundert der Turm gekürzt worden war, wurden die Glocken in einen hölzernen Glockenturm versetzt. Während des 2. Weltkriegs war die Kirche eine der beiden (neben der Kirche der Schmerzensreichen Muttergottes im Stadtteil Łazarz) für die polnische Bevölkerung zugänglichen Kirchen. Während der Kämpfe um Posen Anfang 1945 wurde die Kirche zerstört und bald danach wiederaufgebaut.

Die Kirche ist ein dreischiffiger gotischer Bau mit Sterngewölbe. Das Innere schmückt eine Jugendstil-Polychromie von Antoni Procajłowicz aus den Jahren 1911-13. Der im gotischen Stil gehaltene Hauptaltar kommt aus dem Jahr 1953 und ist ein  Werk von Antoni Szulc, das an den Typ des mittelalterlichen Triptychons anknüpft. Im Zentralteil ein spätgotisches  Flachrelief der Himmelfahrt Mariä aus der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts. Von den drei Seitenaltären verdienen zwei im linken Seitenschiff Aufmerksamkeit. Sie zeigen Bilder der " Schutzengel " (ein Werk von Krzysztof Boguszewski von 1631) sowie die " Beweinung Christi " (aus der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts). Die Kirche bewahrt hier auch zwei Werke des Bildhauers Marcin Rożek: der Marmorsarkophag von Dr. Karol Marcinkowski von 1923 und die Kanzel aus Kunststein von 1925, die mit Büsten hervorragender polnischer Prediger geschmückt ist. In der Antoniuskapelle ein ansehnliches Gitter aus dem 17. Jahrhundert, ein Altar mit Bildern des Hl. Antonius und der hl. Anna Samotrzeć - letzteres zusammengesetzt aus  Elementen des 17. und 18. Jahrhunderts.  An den Wänden Gedenktafeln für verdiente Bewohner Großpolens: Józef Wybicki, Andrzej Niegolewski, Michał Sokolnicki, Antoni "Amilkar" Kosiński, Wacław Gieburowski und Wojciech Turski (Priester der Kirche im 16. Jahrhundert). In der Vorhalle am Rand des rechten Seitenschiffs eine Tafel für den Unternehmer Hipolit Cegielski von 1946. In den Fenstern der Kirche Glasmalereien aus den Jahren 1948-2005.

Eine Attraktion der Kirche bildet die während der Weihnachtszeit gezeigte bewegliche Krippe von Bethlehem mit 102 Figuren, darunter Herrscher Polens und Nationalhelden.

An den Außenwänden der Kirche sowie an der Mauer befinden sich zahlreiche Gedenktafeln an bedeutsame Großpolen (u.a. Klaudyna Potocka, Emilia Sczaniecka).

Im Untergeschoß der Kirche wurde auf Initiative des damaligen Priesters Bolesław Kościelski im Jahre 1923 eine Krypta für verdiente Großpolen eingerichtet. Da die Krypta sich als zu klein herausstellte, wurde 1996-97 nach einem Entwurf von Jerzy Gurawski eine neue Krypta gebaut, die mit der alten durch einen Durchgang, der in das Fundament der südlichen Kapelle geschlagen wurde, verbunden ist. Hier wurden die Särge von Józef Wybicki (1747-1822), Antoni "Amilkar" Kosiński (1769-1823), Andrzej Niegolewski (1787-1857), Feliks Nowowiejski (1877-1946), Pater Wacław Gieburowski (1878-1943), Heliodor Święcicki (1854-1923), Tadeusz Szeligowski (1896-1963), Stefan Poradowski (1902-67), Pater Franciszek Bażyński (1801-76), Pater Aleksander Żychliński (1889-1946) und Paweł Edmund Strzelecki (1797-1873) sowie die Urnen mit der Asche von Ignacy Prądzyński (1792-1850) und mit dem Herzen von Jan Henryk Dąbrowski (1755-1818) zur letzten Ruhe gebettet. In den Seitenräumen der Krypta wurden unter anderem die Priester Wojciech Turski (+ 1592) und Krzysztof Boguszewski (+ 1635) bestattet. Bemerkenswert ist in der Krypta außerdem eine barocke Grabplatte aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts.

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